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Ukrainisch
Ukrainisch gilt neben Russisch und Polnisch als die drittgrößte slawische Sprache der Welt und gehört zu den ostslawischen Sprachen, welche wiederrum dem slawischen Zweig der indogermanische Sprachfamilie angehören.
Durch massive Auswanderungswellen wurde die Sprache in alle Teile der Erde getragen, so findet man Ukrainisch heute zum Beispiel in Kanada, Brasilien, Rumänien und Argentinien. Insgesamt sprechen rund 47 Millionen Menschen Ukrainisch, 37 Millionen bezeichnen es als Muttersprache.
Geschrieben wird Ukrainisch im kyrillischen Alphabet, jedoch im Vergleich zum Russischen in einer leicht abgeänderten Form. In der Vergangenheit wurde Ukrainisch oft Dialekt des Russischen abgetan, tatsächlich bestehen aber deutliche Unterschiede, die vor allem in der Sprachgeschichte zu finden sind.
Entstanden aus einer Schriftsprache, dem Altoslawischen (ca. 15.-18. Jahrhundert) entwickelte sich das Ukrainische über ein im 18. Jahrhundert gebräuchliches Kirchenslawisch und eine aus der Volkssprache stammende ukrainische Schrift- und Literatursprache hin zum heute gesprochenen Ukrainisch. Diese neue Sprache blieb jedoch lange Zeit ein lediglich im alltäglichen Sprachgebrauch genutztes Kommunikationsmittel; aufgrund der damaligen Machtverhältnisse und aus Prestigegründen wurde Russisch oft bevorzugt, vor allem von der gebildeten Mittelschicht. Seinen Tiefpunkt erfuhr das Ukrainische schließlich Ende des 19. Jahrhundert, als aus Angst des Zaren vor Machtverlust jegliche ukrainische Publikation verboten wurde. Zuwiderhandlungen, wie die des prägenden Dichters Taras Schewtschenko, wurden mit Verbannung bestraft.
Den Durchbruch zurück zur gesprochenen und dann sogar offiziellen Sprache erlangte das Ukrainische Jahrzehnte später mit der Gründung der Ukrainischen Volksrepublik im Jahre 1918. In der späteren Ukrainischen Sowjetrepublik wurde Ukrainisch jedoch erneut vom Russischen als allgemeingültige Verkehrssprache dominiert, wenngleich auch nicht verboten.
Bis heute ist in der Ukraine der starke russische Einfluss zu spüren, anders jedoch in den Gebieten, in welchen sich Flüchtlinge der Zaren- bzw. Sowjetepoche angesiedelt hatten. In Kanada zum Beispiel findet man noch heute ukrainische Begriffe, die im Sprachgebrauch der Heimat selbst nicht mehr zu finden sind.
Gegenwärtig ist Ukrainisch die Staatssprache der seit 1991 unabhängigen Ukraine. Der russische Einfluss bzw. die Zensur der ukrainischen Sprache, welche viele und tiefe Spuren hinterlassen hat, ist jedoch noch heute Anlass für viele Diskussionen.